Bau/Kultur/Wissenschaft/Vermittlung

Kunst/Praxis

rEVOLUTION


rEVOLUTION ist eine fremdartige, beziehungsreiche und immer wieder auch poetische Konzert-Performance. Sie entsteht in Teamarbeit der musikalischen „Weltenbauerinnen“ von INTERSTELLAR 227 mit dem Szenographen Norbert van Ackeren und dem Kulturwissenschaftler Alexander Kleinschrodt. Aus dem Zusammentreffen von Stimmen, Schaltkreisen, einer durch dem Raum gespannten Stahlsaite, Atmosphären und Kostümen sowie zur Sprache Gebrachtem und offen Bleibendem haben sich Umschwünge und unvorhersehbare Entwicklungsprozesse ergeben: rEVOLUTION schlägt Funken aus der Evolutionsbiologie und der Astrophysik, mit denen der kreative Prozess einer spartenübergreifenden Zusammenarbeit befeuert und erhellt wird. In die Bühnenproduktion eingegangen sind auch die Erfahrungen aus mehreren „Einblicken ins Labor“, bei denen das Team seine erreichten Zwischenstationen mit mutigem Testpublikum diskutiert hat. Jetzt geht die interstellare Reise weiter, denn Kooperation – so der Soziologe Richard Sennett – sei zwar in unseren Genen angelegt, aber sie „muss entwickelt und vertieft werden“.


BÉTON BRUT & BRUITS


BÉTON BRUT & BRUITS ist eine Konzertreihe zu und in brutalistischer Architektur. An den vier Terminen ist Musik für Schlagzeug, Player Piano, Posaunen Quartett und Ensemble zu hören, die auf klare Konstruktion und Schallhärte abzielt und das verwendete Material wertschätzt, so wie sie es vorfindet. Zu den Orten des Geschehens werden so vielfältige Bezüge entstehen.

Neue Musik trifft auf die Architektur des sogenannten Brutalismus – schon rein gefühlsmäßig scheint an dieser Kombination etwas dran zu sein: Beide, die Kunstmusik der letzten Jahrzehnte wie auch die Sichtbetonarchitektur vor allem aus den sechziger Jahren, brechen mit hergebrachten Vorstellungen des Schönen. Sie sind anders, aber dennoch klar zu erkennen, wenn man mit ihnen konfrontiert ist. Beide sind herausfordernd, können aber auch sehr unmittelbar und suggestiv sein. Am deutlichsten aber scheinen sie verbunden zu sein durch die Ablehnung, die ihnen vonseiten einer Mehrheitsmeinung entgegenschlägt. Wenn Musik gut bildungsbürgerlich als „bewegte Architektur“ gilt, vermeintlich beruhend auf denselben „Gesetzen“ von Harmonie und Proportion wie die Säulentempel der Antike, was ist dann mit der Neuen Musik? Ist sie die schallgewordene „Bausünde“?